Dienstag, 21. Mai 2013

Je grauer der Himmel, desto bunter der Teller: Ricottanocken auf Rahmspinat mit Paprikapüree und Pistazienbutter



Zum Wetter ist fast alles gesagt - siehe Überschrift! Wenn das so weiter geht, krame ich wieder die wärmenden Winterdecken hevor und schnappe mir die Wärmflasche. Und das im Süden Europas!
Für Wärme von innen - und für's Auge - sorgte wenigstens das Abendessen. Das Rezept für dieses farbenfrohe Gericht fand ich in einem Südtiroler Kochbuch, das ich mir irgendwann mal aus dieser Region mitgebracht hatte.
In Südtirol kann man nach meinen Erfahrungen hervorragend essen, und ich würde mal behaupten, es ist die einzige Gegend Italiens, wo man im Hotel auch ein ordentliches Frühstück bekommt. Natürlich ist der Einfluss der österreichischen Küche groß, was man nicht zuletzt an den Bezeichnungen in den Zutatenlisten ablesen kann: Schlutzkrapfen aus Boxelemehl, Zeltensoufflé oder Pfingischt-Grunggln, die aus Kloazn, einer Birne, zubereitet werden - da ist echte Recherche gefragt.
Aber Südtiroler Küche, das ist für mich auch eine alpenländische Küche, die eine wunderbare Liaison mit der italienischen eingeht.
Dass Topfen Quark ist, habe ich bei folgenden Rezept schon verstanden. Nur musste ich mal wieder auf Ricotta ausweichen. Das Püree aus der Paprika habe ich nach meinen Vorstellungen zubereitet.
Und zu guter Letzt: Auf die essbare Blüte wie im Kochbuch musste ich beim Anrichten verzichten. Denn solch hübschen Schnickschnack gibt es leider auf keinem römischen Gemüsemarkt.





Zutaten (für 2 Personen)

Ricottanocken

  • 120 g Ricotta
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 50 g Mehl, gesiebt
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebenen Muskatnuss


Alle Zutaten miteinander verrühren und die Masse ein paar Minuten ruhen lassen.
Eine Topf mit Wasser aufstellen, wenn das Wasser zu kochen anfängt, Salz hinzufügen und von der Ricottamasse mit Hilfe von zwei Löffeln Nocken abstechen und diese ins Wasser gleiten lassen. Sobald sie an die Obefläche kommen, die Temperatur zurückdrehen - das Wasser darf nur leicht simmern -, und die Nocken ein paar Minuten ziehen lassen.


Rahmspinat

  • 200 g Blattspinat
  • 1 Schalotte
  • 20 ml süße Sahne
  • 25 ml Gemüsefond oder Brühe
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss

Den Spinat putzen, gut waschen und trocknen lassen.
In einer Pfanne die feingehackte Schalotte in Olivenöl anschwitzen, den Spinat, Sahne und Fond dazugießen und so lange das Gemüse dünsten, bis es zusammengefallen und weich ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und den Spinat fein pürieren.
Warmhalten.


Paprikapüree


  • 1 rote Paprika
  • 1 rote Zwiebel
  • 2-3 Chilischoten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz
  • etwas brauner Zucker
  • 50 ml Gemüsebrühe oder -fond



Die Paprika vierteln, Strunk und Kerne entfernen und in Würfel schneiden. Chilischoten entkernen und grob zerschneiden. Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Olivenöl anschwitzen. Die Paprikaviertel, Chilischoten, eine geschälte und halbierte Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls anschwitzen. Mit Salz und etwas Zucker abschmecken, die Gemüsebrühe hinzufügen und die Paprika zugedeckt eine halbe Stunde schmoren lassen. Danach mit einem Pürierstab fein pürieren.
Warmhalten.


Pistazienbutter

  • 20 g gehackte Pistazien
  • 40 g Butter
  • Parmigiano Reggiano, frisch gerieben


Die Butter mit den Pistazien erhitzen und leicht bräunen lassen.


Anrichten

Rahmspinat auf den Tellern anrichten, einen Klecks Paprikapüree darauf geben und Nocken aufsetzen. Noch etwas Paprikapüree sowie geriebenen Parmesan über die Nocken geben und mit der Pistazienbutter bekrönen.




Frei nach einem Rezept aus: Stefan Stabler, Die neue Südtiroler Küche. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2009



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 18. Mai 2013

Süßes für zwei: Erdbeertarte



Mein Frühlingstraum, der sich jedes Jahr wiederholt: Am Wochenende, wenn es noch nicht zu heiß ist,  auf der Terrasse sitzen und Erdbeerkuchen essen.
Also Kuchen war gebacken, Terrasse geschrubbt - und dann regnete es.
Ausgeträumt? Nein, mittlerweile schien dann wieder die Sonne. Ist wie im April.







Für eine kleine Springform von 16,5 cm Ø

Boden


  • 100 g eiskalte Butter + Butter für die Form
  • 1/2 Tl Salz
  • 50 g Puderzucker
  • 90 g Mehl
  • 30 g Kakaopulver


Die Butter mit dem Salz und dem Puderzucker mit dem Knethaken verrühren und das gesiebte Mehl mit dem Kakaopulver darunter kneten. Den Teig gleichmäßig auf den Boden einer gebutterten Springform drücken und die Form für zwei Stunden kaltstellen.
Den Ofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze vorheizen). Den Boden 12 Minuten backen.
Danach die Form aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
Dieser Teig, so wunderbar schokoladig er auch schmecken mag, zeigt sich als echte Diva. Da er nach dem Backen sehr weich blieb, muss er wirklich vollständig auskühlen, dafür den Rand der Springform entfernen.
Nun den Boden auf die Tortenplatte stürzen und vorsichtig den Boden der Springform abheben.




Füllung

  • 50 g sehr weiche Butter
  • 100 g Frischkäse
  • 50 g Crème fraîche
  • 50 g Puderzucker
  • das Mark einer halben Vanilleschote
  • ein paar Spritzer Zitronensaft

Die Butter mit dem Frischkäse, der Crème fraîche, dem Puderzucker , dem Vanillemark und dem Zitronensaft verrühren.
Einen anpassbaren Tortenring um den Boden legen und die Crème darauf verteilen.
Form für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.


Belag  

  • 250 g Erdbeeren
  • 1/2 P. roten Tortenguss
  • 1 El Zucker
  • 125 ml Wasser

Die gewaschenen Erdbeeren in feine Scheiben schneiden und auf der Crème verteilen. Guss mit den verbliebenen Zutaten zubereiten und auf den Erdbeeren verteilen.
Bis zum Verzehr kaltstellen.
Ich habe die Tarte noch mit ein paar Minzblättchen verziert.
Den Tortenring vorsichtig entfernen - und die Erdbeertarte mit einer guten Tasse Kaffee genießen.




Wie schon meine Rotweinzwiebeltarte von gestern stammt das Rezept aus:
Alfons Schuhbeck, Annik Wecker, Raffinierte Tartes - süß und pikant, Dorling Kindersley Verlag, 2010




Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 17. Mai 2013

Freitagsquiche: Rotweinzwiebeltarte mit Schafskäseguss



Wochenende steht vor der Tür. Nicht nur, dass die Sonne wieder zaghaft zum Vorschein kommt und ein paar wärmere Stunden - vielleicht auch im Freien - verspricht. Auch mein Mann ist endlich wieder auf dem Nachhauseweg!
Wenn ich alleine bin, dann koche ich nur wenig. Es gibt einen schnellen Salat, überhaupt vorwiegend kalte Küche, und auf Fleisch verzichte ich dann oft ganz.
Wie ich bei meinen Bloggerkollegen lesen konnte, war ich in dieser Woche nicht die einzige, die ihre "bessere Hälfte" vermisst hat.
Katha nutzte die Tage und kochte ein leichtes, aber nicht weniger feines Süppchen, um die Bikiniprobe, wie man das in Italien nennt, demnächst zu bestehen (irgendwie bin ich davon überzeugt, dass sie das gar nicht nötig hat!). Ganz anders dagegen Andy: Er tischt sich selbst üppig auf, mit Schweinsfilet,  Zuckerschoten, Peperoni und einer Portion Risotto - Respekt!
Auch ich nähere mich nach der eher spartanischen Kost der vergangenen Tage erneut dem "ordentlichen" Kochen an und habe für heute Abend mal wieder eine "Freitagsquiche" vorbereitet, die auch kalt schmeckt. Dass ich zum Wochenausklang gerne eine Quiche backe, hatte ich schon an anderer Stelle erwähnt. Heute aber hat das auch praktische Gründe. Wann immer mein Mann heute Abend hungrig vor der Tür steht - und das kann man nie voraussagen, wenn er mit dem Auto unterwegs ist -, ein Stück Quiche schmeckt auch noch nachts um Drei!




Da ich diese pikante Kuchen überaus schätze, finden sich auch mehrere Kochbücher zu diesem Thema in meiner Sammlung. Das Rezept für diese Rotweinzwiebelquiche habe ich aus einem Backbuch, das Alfons Schuhbeck zusammen mit Annik Wecker, Frau des Liedermachers Konstantin Wecker, verfasst hat. Zu diesem Buch bin ich nicht etwa durch gezielte Suche gekommen - wie so oft!
Vielmehr finden die Bücher mich. Gesehen, darum herumgeschlichen, gekauft!
Vor Kochbuchabteilungen müsste ich mich einfach fernhalten, sie sind auch gar zu verführerisch! Dabei fällt mir ein: ich müsste mal wieder dem schwedischen Möbelhaus einen Besuch abstatten, mein Regal quillt über. Wie war das? Wochenende steht vor der Tür...

Aber vorher gibt's erstmal ein Stück Tarte!




Zutaten (für eine Quicheform von 28 cm Ø)


  • 230 g Blätterteig (Kühlregal, im Original-Rezept: 300 g)
  • etwas Butter zum Fetten der Form

  • 2 rote Zwiebeln (ca. 200 g)
  • 1 El Puderzucker
  • 50 ml Portwein
  • 150 ml Rotwein
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 kleines Stück aufschlitzte Vanilleschote
  • 1 Tl Honig
  • 1 Prise Piment, gemahlen
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

  • 150 g Feta
  • 100 ml süße Sahne
  • 2 Eier
  • 1 Prise Piment d'Espelette (im Original: mildes Chilipulver)
  • 1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 paar Zweiglein Thymian

  • getrocknete Hülsenfrüchte und Backpapier zum Blindbacken


Eine Quicheform mit etwas Butter einfetten und mit dem Blätterteig auslegen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und die Form bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.
Den Backofen auf 220 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. In der Zwischenzeit alle Zutaten bereitstellen, die Zwiebel schälen, einmal längs halbieren, und in feine Streifen schneiden.
Wenn der Ofen vorgeheizt ist, den Blätterteigboden mit Backpapier auslegen und die Hülsenfrüchte darauf verteilen. Auf der mittleren Schiebeleiste den Boden 10 Minuten backen, dann herausnehmen, Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und weitere 5 bis 10 Minuten backen.
Danach die Form herausnehmen und zur Seite stellen. Den Ofen auf 200 Grad zurückschalten.

In einer Pfanne den Puderzucker sehr hell karamellisieren - er sollte gerade flüssig sein - und dann die Zwiebelstreifen dazugeben. Unter Rühren die Zwiebeln etwas anschwitzen und mit Port- und Rotwein ablöschen. Lorbeerblatt und das Stück Vanilleschote hinzufügen und alles so lange köcheln lassen, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Mit Salz, Pfeffer, Piment und Honig abschmecken und die Zwiebelmasse abkühlen lassen. Dann Lorbeerblatt und Vanilleschote entfernen.

Fetakäse mit der Sahne und den Eiern mit dem Pürierstab zu einer dicklichen Crème aufschlagen und mit Salz, Pfeffer, Piment d'Espelette; Muskatnuss und ein paar Thymianblättchen abschmecken.

Zuerst die Rotweinzwiebeln auf dem Blätterteigboden verteilen, danach die Fetacrème darauf geben und glattstreichen.
Auf der unteren Schiebeleiste 20 bis 25 Minuten backen.




Rezeptquelle: Alfons Schuhbeck, Annik Wecker, Raffinierte Tartes - süß und pikant, Dorling Kindersley Verlag, 2010


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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 14. Mai 2013

Mein schneller, leichter Lieblingsteller



Eigentlich wollte ich das niemals bloggen: Zu banal, zu simpel, zu wenig fotogen.

Bresaola con rughetta e scaglie di parmigiano

Aber auch so gut!
Dieses Gericht gehört zu meinen Favoriten, wenn schnell etwas Leichtes auf den Tisch kommen soll. Gerade für eine Person, wenn man nicht viel Zeit oder Lust zum Kochen hat, ist so ein Teller mit Bresaola, etwas Rauke und Parmesanspänen ideal.
Dieses Gericht findet man als Antipasto auf fast allen Speisekarten Italiens, angefangen vom Veltin, Teil der Region Lombardei - italienisch "Valtellina" -, wo das luftgetrocknete Rindfleisch produziert wird, bis zum tiefsten Süden auf Sizilien.
Ich präsentiere diesen schnellen Teller, wie er in Italien gereicht wird. In der Standardversion, ohne Schnickschnack, die Rughettablätter auf dem Bresaola und nicht darin eingewickelt, was ja auch keinen Sinn macht. Sollen sie doch das Olivenöl sowie den Zitronensaft - ja Zitronensaft, keinen Balsamico - aufnehmen.
Natürlich ist es jedem überlassen, dieses Gericht noch etwas aufzupeppen: Mit einem sehr guten alten Balsamico Tradizionale, gerösteten Pinienkernen oder ein paar sonnengetrockneten Pomodori secchi. Ich mag dazu auch gerne einen Frischkäse wie Robiola und ein paar Oliven.
Wie gesagt, dieser Teller ist ausbaufähig.




Für die Basisversion braucht man:


  • Bresaola in dünnen Scheiben (ich rechne pro Person ca. 100 - 120 g)
  • Raukeblätter (ein Händchen voll pro Teller)
  • Parmesanspäne (nach Augenmaß)
  • frisch geriebener schwarzer Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine
  • geviertelte Zitronen


Die Bresaolascheiben auf dem Teller verteilen, die gewaschene und trockengeschleuderte Rauke darüber verteilen, Parmesanspäne (ich hobele sie mit dem Sparschäler vom Parmesanstück) darüber streuen und alles mit Olivenöl begießen. Jetzt noch etwas schwarzen Pfeffer frisch darüber mahlen und das Ganze mit dem Saft eines Zitronenviertels beträufeln.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 8. Mai 2013

Ein bisschen "retro" - mein Geflügelsalat



Geflügelsalat - da muss ich unwillkürlich an gefüllte Eier, Käsespießchen und Toast Hawaii auf dem Nierentisch denken. Aber ich mag ihn eigentlich. Eigentlich...
Nein, Geflügelsalat ist nicht gerade ein Highlight der gehobenen Küche - ich erhebe auch gar nicht den Anspruch, mich auf diesem Terrain zu bewegen -, und besonders ansehnlich ist er in der Regel auch nicht. Aber es müsste doch möglich sein, so dachte ich mir, jenseits von Zutaten wie etwa Dosenmandarinen etwas halbwegs Anständiges zustande zu bringen, dem darüber hinaus nicht noch der Mief einer phantasielosen Resteverwertung anhängt ("da war doch noch das Suppenhuhn...").
Wobei nicht das Geringste gegen eine vernünftige und kreative Resteverwertung gesagt sei!
Auf dem Weg zum perfekten Geflügelsalat, so es ihn denn überhaupt gibt, lege ich mal einen Zwischenstopp bei dieser Version ein. Im Grunde ist es auch eine Resteverwertung, denn ich hatte noch Stangensellerie und Frühlingszwiebeln im Gemüsefach. Dazu, gerade auch zu der "asiatisch" angehauchten Mayonnaise, konnte ich mir Kichererbsen als dritte Zutat vorstellen. Auf Fruchtiges habe ich trotz des Curry-Pulvers verzichtet, obwohl Ananas dazu der Klassiker schlechthin ist.
Basis für die Salatsauce ist eine Mayonnaise ohne Eier. Aufmerksam geworden auf diese Art Mayonnaise bin ich schon vor Jahren durch ein Rezept von Kirsten, das sie bei Essen und Trinken veröffentlicht hatte. Auch bei Zorra im "Kochtopf" gibt es ein Rezept für eine Mayonnaise ohne Ei, und auch bei ihr ist sie Saucenbasis für einen fruchtigen Geflügelsalat.



Zutaten (für 6 Personen)


  • 1 ganze Hühnerbrust (ca. 600 g, in dünne Scheiben geschnitten)
  • Butterschmalz
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



  • 50 ml Kondensmilch (10% Fettgehalt)
  • 125 ml neutrales Pflanzenöl
  • 1 gestr. Tl Dijon-Senf
  • Salz
  • ein paar Spritzer Zitronensaft
  • 1 Tl Sojasauce
  • 1 Tl mildes Curry-Pulver
  • ein paar Spritzer Worcestershiresauce
  • 1 Chilischote



  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 50 g Stangensellerie (die hellgrünen, zarten Teile aus dem "Herz")
  • 230 g Kichererbsten (aus Dose oder Glas, abgetropft)


Die Hühnchenbrustscheiben in Butterschmalz anbraten, salzen und pfeffern, aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Dann in schmale Streifen oder kleine Würfelchen schneiden.
Kondensmilch, Senf und Öl in einen hohen, schmalen Becher geben und mit der Schlagscheibe vom Zauberstab zu einer dicklichen Mayonnaise aufmixen.




Die Chilischote in feine Würfelchen schneiden, zu der Mayonnaise geben und diese mit den anderen Zutaten abschmecken.
Frühlingszwiebeln und Stangensellerie in feine Scheiben schneiden.
Hühnchenfleisch mit den Kichererbsen, den Frühlingszwiebeln und dem Sellerie mischen und die Mayonnaise unterheben.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 5. Mai 2013

Diese verführerischen Förmchen...



Seit ich diese Minigugl-Förmchen besitze, backe ich öfters ganz spontan Kuchen - Minikuchen.
Jedes Rührtteig- und Guglhupfrezept eignet sich dafür ganz ausgezeichnet, zudem verringert sich die Backzeit. Meine große Guglhupf-Form ist angesichts der Vorzüge einer Miniguglhupf-Form aus Silikon zur Zeit leider arbeitslos.
Heute war Kuchenbacken gar nicht geplant, aber den ganzen Vormittag lang regnete es, und was gibt es da Schöneres, als sich in die Küche zurückzuziehen, Kuchenteig zu rühren - in Sichtweite diese süßen Guglhupf-Förmchen - und auf besseres Wetter zu hoffen.
Das bessere Wetter kam, und so konnten wir die niedlichen und durch den Quark so saftigen Küchlein in der Sonne genießen.





Quark-Minigugls

Zutaten (für 18 Gugls)


  • 125 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 1 P. Vanillinzucker
  • 2 Eier
  • 250 g Magerquark
  • 350 g Mehl (gesiebt)
  • 1 P. Backpulver
  • 1/8 L Milch
  • 100 g Rosinen
  • Puderzucker


Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die weiche Butter mit dem Zucker, dem Vanillinzucker und den Eiern gut verrühren. Den Quark unterrühren und dann abwechselnd das mit dem Backpulver vermischte Mehl und die Milch hinzugeben. Zum Schluss die Rosinen unterheben.
Den Teig mit Hilfe eines Spritzbeutels in den Silikonförmchen verteilen.
Die Gugls ungefähr 22 Minuten backen.



Herausnehmen und auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen.
Mit Puderzucker bestäuben.

Rezeptquelle: So macht Backen richtig Spaß, Tomus Verlag, 1978



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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 4. Mai 2013

Toskanisches Arme-Leute-Essen für den Samstagabend



Mit dem ungesalzenen Brot, wie man es in der Toskana backt, konnte ich mich nie recht anfreunden. Es ist das Ergebnis eines "Salzkrieges" im 16. Jahrhundert, der in den Regionen Toskana und Umbrien wütete. Die Einwohner Perugias hatten sich geweigert, eine von Papst Paul III. eingeführte Salzsteuer zu zahlen. Auf diese Weise wollte er den Salzkauf in den päpstlichen Salzminen erzwingen, um mit diesen Einnahmen den blutigen Kampf gegen die lutherischen "Ketzer" zu finanzieren. Bekannterweise endete das in einem Blutbad - und in der Tradition, Brot ohne Salz, das sogenannten "Pane sciapo", herzustellen.
Welch eine große Rolle Brot in der Küche der Toskana spielt, sieht man an den unzähligen Rezepten, in denen vor allem das altbackene Brot zur Verwendung kommt. In der Cucina povera, der Arme-Leute-Küche, konnte man es sich nicht erlauben, auch nur das kleinste Krümelchen Brot wegzuwerfen.
An kalten Wintertagen schätzt man noch heute in der Toskana einen dicken und wärmenden Gemüseeintopf, die Ribollita, in der Scheiben von trockenem Brot versenkt werden. In den Sommermonaten bereitet man mit trockenem Brot einen erfrischenden Salat zu: die Panzanella.
Gestern schon habe ich Brot - eine Art Weißbrot - gekauft, allerdings kein salzloses, das in Rom eher selten zu finden ist. Damit es schön trocken wird, lag es bis zur Verwendung, in Scheiben geschnitten,  auf einem Holzbrett. Ist es immer noch zu "frisch", kann man es im Ofen etwas nachtrocknen.




Wer in der beneidenswerten Lage ist, die Grillsaison in diesen Tagen eröffnen zu können, der hat in dem Brotsalat einen wunderbaren Begleiter für gegrilltes Fleisch. Und natürlich taucht auch vor meinem geistigen Auge jetzt eine Bistecca Fiorentina auf...
Ich bereite mangels sowohl eines Grills als auch der Fiorentina zu diesem Brotsalat ein paar Hackfleischbällchen zu, die frisch aus der Pfanne, aber auch kalt dazu schmecken. Auch wenn diese Polpette durch die getrockneten Tomaten und die Mozzarella so "italienisch" daherkommen, auf diese Weise werden sie in Italien nicht zubereitet. Hackfleisch wird leider oft sehr fad abgeschmeckt, meist nur mit etwas Salz und Pfeffer, manchmal auch mit etwas Zitronenabrieb. Bei meinen Metzger gibt es auf diese Weise gewürzte "Hamburger"  oder "Polpette", dort "Semplicine" genannt (von "semplice" - einfach), schon fertig zu kaufen. Ich dagegen mag Hackfleisch lieber pikant gewürzt.




Panzanella e polpette di manzo con pomodori secchi e mozzarella


Polpette (12 Stück)


  • 500 g Rinderhack
  • 1 Schalotte
  • 30 g getrocknete Tomaten (wenn in Öl, gut abtropfen lassen)
  • 1 Chilischote
  • 1 Ei
  • 1 El gehackte glatte Petersilie
  • 1 El Semmelbrösel
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 80 g Kuhmilchmozzarella ("Fior di latte")
  • Olivenöl extra vergine


Die Schalotte fein hacken. Tomaten erst längs in feine Streifen, dann quer in feine Würfelchen schneiden. Die Chilischote entkernen und ganz fein hacken.
Hackfleisch mit allen Zutaten mischen und gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.




Zwölf Bällchen formen und in jedes ein Haselnuss großes Stück Mozzarella geben.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Polpette von allen Seiten gut anbraten.




Panzanella (für 2 Personen)


  • 150 g altbackenes Brot (z.B. Weißbrot, Baguette oder Ciabatta, im Original salzloses Brot aus der Toskana)
  • 3-4 Tomaten (z.B. Ochsenherztomaten "Cuor di bue")
  • 2 Selleriestangen (alternativ: eine entkernte und in Würfel geschnittene Gurke)
  • 1 rote Tropea-Zwiebel (oder jede andere rote Zwiebel)
  • Basilikumblättchen
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine
  • ein paar Spritzer Rotweinessig


Das in nicht zu dünne Scheiben geschnittene Brot für einige Minuten in kaltes Wasser legen; die Kruste sollte dabei nicht zu sehr aufweichen. Dann die Scheiben aus dem Wasser nehmen und mit den Händen ausdrücken, um soviel Wasser wie möglich zu entfernen. Das Brot in grobe Stück zerbröseln.
Gemüse und Basilikum waschen. Die Tomaten entweder in Scheiben oder in grobe Würfel, die Zwiebel und die Selleriestangen in Ringe schneiden.
Das Gemüse mit dem Brot mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwas Olivenöl darübergeben.
Erst kurz vor dem Servieren etwas Rotweinessig dazugeben und mit Basilikumblättchen belegen.



Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!


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Un abbraccio
Ariane

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