Freitag, 8. Juni 2012

From my private "Cheesecake Factory": New York Cheesecake "Deli Style" with Sour Cream Topping

Käsekuchen gehört in allen Variationen zu meinen absoluten Lieblingskuchen. Mit welchen Leckereien ein Kuchenbuffet auch bestückt sein mag, ich würde immer wieder zu einem noch so schlichten Stück Käsekuchen greifen. Spätestens bei Sichtung von Käse-Sahne-Torte ist es um mich geschehen! Der Blogevent Käsekuchen löste deshalb bei mir gleich Reaktionen wie beim Pawlowschen Hund aus - klar, dass ich dabei bin!




Nun kann ich in Rom selten einen Käsekuchen nach mitteleuropäischer Tradition backen, da es so gut wie nie Quark unterhalb von Südtirol zu kaufen gibt. Eine Supermarkkette, die allerdings nur am Stadtrand ihre Filialen hat, führt ab und an ein französisches Produkt - in letzter Zeit leider nur in der 0%-Version. Ich bin dazu übergegangen, den Käsekuchen ganz einfach mit Ricotta zu backen, und ich muß sagen, so schmeckt er mir fast noch besser! Außerdem gibt es ja in Italien auch die "Crostata di ricotta", die aber nicht so fluffig wie deutscher Käsekuchen ist. Oft ist der italienische Ricottakuchen auch flacher und zudem mit einem Mürbeteig-Gitter belegt.

Mein Käsekuchen-Favorit kommt aber seit einigen Jahren in der amerikanischen Version daher. Erinnerungen an Las Vegas kommen hoch. Den ganzen Tag waren wir in dieser so verrückten wie aufregenden Stadt unterwegs, der Wechsel zwischen den fast unerträglichen Wüstenklima im Freien und den zu Gefrierschränken heruntergekühlten Hotelanlagen machte uns zu schaffen. Es war im berühmten Cesars's Palace, eine der verrücktesten Hotelanlagen, die wahllos römische Antike mit Renaissance und Barock kombiniert, als sich zudem noch ein bohrender Hunger einstellte.
Nun tendiere ich bei Heißhungerattacken gewöhnlich zum Salamibrötchen, dort aber entdeckte ich eine Filiale der Cheesecake-Factory, deren Auslagen mich magisch anzogen: Käsekuchen in allen erdenklichen  Variationen - ob mit weißer Schokolade, Erdnuss-Butter, Piña Colada, allen möglich Obstsorten - ach, ich kann es gar nicht alles aufzählen - prangten hinter Glas! Ich hätte dort auch etwas Herzhaftes auf der Speisekarte finden können, aber ich wollte plötzlich einfach ein Stück Käsekuchen! Zwischen all den abenteuerlichen Kreationen stand nun - unscheinbar und ganz in Weiß - die Basisversion: ein einfacher Cheesecake, der mit saurer Sahne bestrichen war. Gesehen und bestellt, und nach dem ersten Bissen wußte ich, den muß ich nachbacken!
Wieder zu Hause googelte ich mich nun durch Rezepte - und dann bastelte ich mir meinen Lieblings-Cheesecake zurecht. Mehr oder weniger stützt sich mein Rezept auf die bei USA-KULINARISCH erschienene Cheesecake-Version.
Ich muß sagen - ja, er kommt dem Original ziemlich nahe. Schliesse ich die Augen, bin ich direkt wieder im Cesar's Palace...
Hier ist er nun - in der Grundausstattung und ohne diverse Extras (wenn man von den Rosenblüten absieht, aber ohne wäre er doch zu "ugly" gewesen):

Zutaten  (für eine Springform mit 26 cm Durchmesser)

  • 150 g Butterkekse
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Zimtpulver
  • 70-80 g Butter + Butter für die Form
  • 750 g Frischkäse (z.B. Philadelphia)
  • 500 g saure Sahne
  • 200 g Zucker
  • 2 Tl Vanilleextrakt
  • 4 Eier
  • 2 EL Mehl (gesiebt)
  • 50 ml Milch

Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben.
Zunächst den Backofen auf 170 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Springform mit etwas Butter ausfetten.
Die Kekse zerbrösele ich in einem Mixer. Das geht schnell, und es gibt gleichmäßige Krümel. Diese werden nun mit der zerlassenen Butter sowie dem Zucker und dem Zimtpulver vermischt und mit einem Löffel in die Form gedrückt.
Der Boden wird nun zehn Minuten vorgebacken. Danach nehme ich die Springform aus dem Ofen und stelle sie bis zur Wiederverwendung zur Seite.




Der Frischkäse wird mit 200 g saurer Sahne, 200 g Zucker und dem Vanilleextrakt glattgerührt - mit einem elektrischen Handrührgerät. Dabei werden die Eiern einzeln eingearbeitet. Zum Schluß noch das Mehl und die Milch unterrühren, die Käsemasse auf den Teig giessen und den Kuchen für eine Stunde in den Ofen geben.
Danach im Ofen erst etwas abkühlen lassen.
Den Kuchen herausnehmen, vollständig auskühlen lassen und dann mit der verbleibenden sauren Sahne bestreichen.
Wer mag, kann den Kuchen noch mit Erdbeerscheiben belegen oder etwas Fruchtmark darüber träufeln. Ich habe ihn mit ein paar getrockneten und in Zucker eingelegte Rosenknospen verziert - das Auge ißt ja bekanntlich auch mit!


Vanilleextrakt ist nicht überall erhältlich. Ich bringe mir dieses Produkt immer aus Deutschland mit, da es schwierig ist, in Rom diese Zutat zu finden. Nun habe ich aber bei Barbara ein Grundrezept für Vanilleextrakt/Essenz gefunden, so dass ich, geht mein Vorrat zur Neige, nie mehr auf lange Sucherei in Läden angewiesen bin.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Kommentare:

  1. Liebe Ariane,

    ohh was für ein wunderschöner Beitrag! Ich habe mich gleich an meinen Las Vegas Urlaub vor vielen Jahren erinnert, nur gab es dort irgendwie keinen Cheesecake oder ich hab ihn einfach übersehen ;) aber jetzt kann ich dieses wunderschöne Exemplar nachbacken und auch noch einmal in Erinnerungen schwelgen.

    Vielen lieben Dank für das Rezept und Deine Teilnahme am Blogevent! Und ich habe wieder einen neuen tollen Blog entdeckt!!! Hier schau ich in Zukunft öfters vorbei!!

    Liebe Grüße
    Alice

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    1. Hallo Alice,
      das freut mich, wenn Dir mein Beitrag gefällt und ich Erinnerungen wecken konnte! :-))
      Liebe Grüße
      Ariane

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  2. G. ist ein großer Käsekuchen-Fan, Dein schönes Rezept merke ich mir.

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    1. Käsekuchen ist wirklich was Feines! Gutes Gelingen beim Nachbacken! :-))
      Liebe Grüße
      Ariane

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  3. Allein schon wegen des Sauerrahm-Toppings muss ich den probieren!

    (Dieser Käsekuchen-Event ist höllisch - die Nachbackliste wird länger und länger ... ;-) )

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    1. Die saure Sahne ist wirklich das Tüpfelchen auf dem "i"!
      Nie mehr ohne! :-))
      Und der Event ist wirklich klasse!
      Liebe Grüße
      Ariane

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  4. Meine Güte klingt das lecker! Und die Idee mit den Rosenblättern ist echt super. :)

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    1. Das mit den Rosenblättern war eine ganz spontane Idee, um den Kuchen noch etwas zu verschönern. Ich hatte diese Knospen aus Südtirol mitgebracht und Rosenzucker davon herstellt. Was man sonst damit anfangen kann, weiß ich noch nicht so recht. Übrigens, am nächsten Tag aus dem Kühlschrank schmeckt er fast noch besser; richtig erfrischend.
      LG Ariane

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  5. Wenn ich an die "Käsekuchen" in Amerika denke, dann habe ich immer Philadelphia vor Augen und den ziemlich kompakten Belag im Mund. Cesar's Palace machte da keine Ausnahme. Vielleicht habe ich ja die verkehrte Sorte bestellt und im Lande war ich in den verkehrten Restaurants. Ich werde Deinen Kuchen nachbacken und möglicherweise kann ich meine Meinung "American cheesecake, won't work with me" ändern.

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    1. Hallo Heinz,
      probiere mal dieses Rezept. Er wird herrlich cremig und doch locker - man sieht ja die kleinen Bläschen im ersten Foto. Sind ja auch vier Eier drin.
      Ich drücke die Daumen! :-))
      LG Ariane

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  6. Wie viel Gramm der sauren Sahne kommen in den Teig und wie viel Gramm als Topping?

    LG Sandra

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    1. Liebe Sandra,
      gut, dass Du mich auf diesen Fehler hinweist! In den Teig kommen 200 g, der Rest dann auf den Kuchen.
      Ich bessere es noch im Text selbst aus.
      Grazie e saluti
      Ariane

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    2. Und wie viel Zucker kommt in den Teig? Oben steht nur der Zucker für den Boden.
      Unten im Text steht Frischkäse mit Zucker und ... glatt rühren.
      LG Sandra

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    3. Uihhh, wo hatte ich da nur meinen Kopf! :-) Danke für den Hinweis!
      200 g Zucker kommen in die Frischkäsemasse. Ich bessere es gleich noch im Text aus!
      Saluti
      Ariane

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