Donnerstag, 22. August 2013

Mit einem Hauch von Rosmarin: Tagliata mit Nuss-Pistazien-Kruste



Zwei traumhafte Stücke waren das, die da vor mir lagen. Ich hatte Fleisch für Tagliata gekauft, und wenn man an in Italien eine Tagliata im Restaurant bestellen möchte, dann findet man die oft immergleichen Varianten auf der Menuekarte: Tagliata mit Kirschtomaten, Rauke und Parmesanspänen, Tagliata, mit Rosmarin geschmort, und Aceto Balsamico. Das sind die klassischen italienischen Rezepte für das im Ganzen gebratene Stück Fleisch, das später, in Zentimeter dicke Stücke geschnitten, serviert wird.
Alles schön und gut, aber auf Dauer auch ein bisschen langweilig! Ich glaube, mittlerweile kann ich auch keine Tomaten mehr sehen. Etwas anderes musste her, und schon schielte ich kulinarisch Richtung Norden. Ein Kruste für das Fleisch schwebte mit urplötzlich vor! Eine Kruste mit Haselnüssen, aber wieso ich gerade so versessen auf Haselnüsse war, kann ich auch nicht erklären. Ein genaues Rezept hatte ich nicht dafür, wusste nur, dass die Ausgangsbasis für eine Kruste zunächst einmal Butter ist - und zwar nicht zuwenig.
Neben dem Gläschen mit einer Handvoll Haselnüssen, die noch von der Weihnachtsbäckerei übrig geblieben waren, fand ich angebrochene Pistazien - die wunderbaren Pistazien aus dem sizilianischen Bronte. Das würde der Kruste eine hübsche Farbe und zudem ein feines Aroma geben, dachte ich mir. Und damit das Ganze doch noch ein bisschen "italienischer" würde, gab ich der Masse zur Stabilität nicht Toastbrotkrümel oder Semmelbrösel bei, sondern fein gemahlene Grissini.
Ob das nach meinen Vorstellung klappen würde, die Masse nicht davonlaufen oder zu einer harten Haube verbacken würde, der man mit Hammer und Meißel zu Leibe rücken müsste, das Fleisch darunter womöglich noch zäh oder gar zu blutig - alles das war ungewiss! Die Kunst des Kurzbratens ist nicht unbedingt meine Stärke.
Doch das Fleisch fühlte sich sichtlich und auch geschmacklich wohl in seinem grünen Mäntelchen. Wunderbar zart war es, und die Kruste überzeugte durch sehr feine Nuss- und Pistazienaromen mit einem Hauch von Rosmarin.






Zutaten (für zwei Personen)


  • 2 ca. 240 g schwere Entrecôtes ("Controfiletto") vom Rind
  • Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer
  • Butterschmalz zum Anbraten
  • 70 g weiche Butter
  • 30 g Haselnüsse
  • 50 g Pistazienkerne
  • 30 g Grissini
  • 1 El fein gehackte glatte Petersilie
  • 1 El fein gehackte Rosmarinnadeln
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Zunächst die Kruste vorbereiten. Dafür die Haselnüsse und die Grissini in der Mühle des Stabmixers fein mahlen, die Pistazienkerne in der Mühle etwas grober hacken.
Die weiche Butter mit den gemahlenen Haselnüssen, den Pistazienkernen, den Grissinibröseln und den Kräuter mit Hilfe eines elektrischen Rührers gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die weiche Buttermischung ungefähr einen Zentimeter dick auf ein Stück Alufolie streichen - dabei die "Auflagefläche" der Fleischstücke berücksichtigen -, und die Butter zum Festwerden in den Kühlschrank legen.
Das Fleisch mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen.
Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Fleisch von beiden Seiten, 1-2 Minuten pro Seite, kräftig anbraten, salzen und pfeffern. Die vorbereitete Kruste in zwei Teile schneiden, so dass die Platten von der Größe her die Oberfläche der Steaks abdecken, auf die Steaks legen und leicht andrücken.


Die Steaks auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und für zehn Minuten in den Ofen schieben. Dann aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen und in zwei Zentimeter breite Scheiben schneiden.

Bei Zorra im Kochtopf gibt es wieder einen Bloggeburtstag zu feiern. Neun Jahre lang einen erfolgreichen, lebhaften, stets interessanten Blog zu schreiben, das ist wirklich eine Leistung, zu der ich von ganzen Herzen gratuliere und sage: Weiter so!
Schon vor einem Jahr gab es zum achtjährigen Bloggeburtstag einen Event, den Zorra zusammen mit Braun ausgerichtet hatte. Auch damals ging es um Rezepte, für die man einen Stabmixer braucht. Ein kleines Kochbuch mit Rezepten von Bloggern gab es zu füllen - und dann auch zu gewinnen. Ich hatte mitgemacht und fand mich zu meiner großen Freude mit einem Rezept im Büchlein vertreten. Und nicht nur das! Bei der Verlosung gewann ich auch noch einen Stabmixer, der immer wieder zum Einsatz kommt. 
Nun gibt es eine Neuauflage vom Event, und wieder werden Rezepte für ein neues Bloggerkochbuch gesucht. Dieses Mal möchte ich mich auf Blogevent und Buch beschränken; einen tollen Mixer habe ich ja nun.
Da für die Nuss-Kräuterkruste mehrfach die Mühle eines Stabmixers zum Einsatz kam, ist das Tagliata-Rezept mein Beitrag zum Geburtstagsevent.


9 jahre kochtopf Blog-Event - Smart Speed Kitchen (Einsendeschluss 15.9.2013)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 19. August 2013

Variationen eines Themas




Und das Thema heißt mal wieder: Auberginen, Tomaten, Pasta und Mozzarella.
Immer und immer wieder trifft man auf dieses Dream-Team, stöbert man in italienischen Kochbüchern oder Magazinen. Auch ich greife diese Kombination gerne auf, und im Blog findet man so manche Rezepte, die zudem meist aus Sizilien kommen. Das bekannteste darunter ist sicher die Pasta alla Norma.
In einem erst kürzlich entdeckten Kochmagazin fand ich die folgende Interpretation von Pasta mit Auberginen und Tomaten. Ich habe mich allerdings nicht sklavisch an das Rezept gehalten, sondern mir - nach eigenen Erfahrungen und Vorstellungen - wieder ein paar Freiheiten in der Zubereitung erlaubt.





Paccheri, melanzane, pomodorini e mozzarella

Zutaten (für 2 Personen)

Aubergingencrème

  • 1 Aubergine
  • Salz
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1-2 El Olivenöl extra vergine

Aubergine mit einer Gabel von allen Seiten anstechen, in Alufolie wickeln und eine Stunde im Ofen bei 225 Grad garen.
Dann die Aubergine halbieren, das Fleisch herauskratzen und in einem Mixer mit der Knoblauchzehe, Olivenöl und Salz pürieren. Die Crème in einen kleinen Topf umfüllen.


Karamellisierte Kirschtomaten

  • 100 g Kirschtomaten oder Tomaten der Sorte "Datterini"
  • Salz
  • 1/2 Tl brauner Zucker
  • Thymian, frisch oder gerebelt
  • Olivenöl extra vergine


Backofen auf 150 Grad vorheizen. Die Tomaten vorsichtig einritzen, mit kochendem Wasser übergiessen, abschrecken und die Haut abziehen.
Auf eine Backpapier ausgelegte Form legen, mit Thymianblättchen (oder etwas gerebelten Thymian) bestreuen, salzen und etwas Zucker darübergeben. Mit wenig Olivenöl begießen und für eineinhalb Stunden in den Ofen geben.


Tomatensugo

  • 1 Dose geschälte Kirschtomaten oder "Pelati", ca. 400 g 
  • 1 Schalotte
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Prise Zucker

Die feingehackte Schalotte in etwas Olivenöl anschwitzen, die Tomaten dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und ungefähr 20 Minuten köcheln lassen.
Dann den Sugo in ein Gefäß umfüllen und mit einem Pürierstab zu einer feinen Crème verarbeiten. Diese wieder in die Pfanne geben.


Anrichten

  • 200 g Paccheri (dicke, kurze Röhrennudeln)
  • 1 Kugel Mozzarella di Bufala
  • ein paar Basilikumblättchen

Die Pasta al dente kochen, abgießen und in der warmen Tomatencrème schwenken.
Jeweils etwas Auberginencrème auf den Tellern verteilen (vorher nochmals kurz erwärmen), Paccheri daraufsetzen und mit Würfeln von Mozzarella, karamellisierten Tomaten und Basilikumblättchen dekorieren.




Rezeptquelle: A Tavola, Il mensile della grande cucina Italiana, Juli/August 2013. Frei nach einem Rezept von Caterina Ceraudo, Chefköchin im Restaurant Dattilo, das 2011 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. 


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 16. August 2013

Florida - und mein Fernweh-Pie...




Susanne feiert in diesen Tagen den ersten Geburtstag ihres Blogs "Magentratzerl", und dafür wünscht sie sich Urlaubserinnerungen und Rezepte.
Dazu erst einmal: Ganz herzlichen Glückwunsch - und weiter so, liebe Susanne!
Bei diesem Event mache ich nur allzu gerne mit, denn da es in diesem Jahr bei uns auch noch keinen Urlaub und so folglich noch keine Urlaubsvorfreude oder gar Urlaubsstimmung gab, hole ich mir mit einem meiner Lieblingskuchen - dem Key Lime Pie - heute ein wenig Sunshine-State-Feeling in die eigenen vier Wände.
Zweimal waren wir in den vergangenen Jahren in Florida, und auch wenn die Reisen dort mit unzähligen Meilen im Auto verbunden waren - wir wollten natürlich so viel wie möglich sehen -, verbinde ich mit den Aufenthalten dort mit die fröhlichsten Urlaubserinnerungen, die ich habe.




Schon beim Auspressen der Limetten weckte der Duft die unbeschwerte Stimmung, die mich während der Florida-Urlaube begleitete. Ich sah im Geiste wieder die wunderbaren sauberen Sandstrände, die sich nahe der Küste tummelnden Delphine, die so gar keine Scheu vor den Menschen zu haben schienen, und fuhr gedanklich die lange Strasse über das Meer bis nach Key West, Heimat von Floridas Nationaldessert, entlang.
Dort, auf Key West, hatten wir kurz vor dem Sonnenuntergang unser erstes Stück dieses legendären Kuchens (Collage unten, Foto oben links) mit Blick auf das karibische Meer genossen - hach!
Ein Stückchen Key Lime Pie wurde dann bei unseren Floridareisen irgendwie auch zu einem "Snack", den wir uns bei Päuschen immer wieder gönnten - ob nun auf den Keys, in Miami, St. Petersburg, Naples oder Orlando.



In Everglades City fielen wir um die Mittagszeit in einem ziemlich urigem Restaurant ein - "Susie's Station" -, wo die Zeit irgendwann in den dreißiger Jahren oder noch früher stehengeblieben zu sein schien. Susie, eine sehr betagte Dame, freute sich über unseren Besuch - wir waren die einzigen Gäste - und kochte Kaffee für uns. Und natürlich gab es dazu auch ein Stück Key Lime Pie, den sie selbst gebacken hatte, wie sie stolz erzählte. Naja, der weltbeste Key Lime Pie war es leider nicht (Collage oben, Foto unten links), aber den backe ja auch ich  - *hehe*  ...




Wir haben es aber überlebt und stürzten uns dann in das Abenteuer Everglades, wo Delphine, aber auch Alligatoren auf uns warteten...




Liebe Susanne, danke, dass Du mir heute alle diese Erinnerungen wieder geschenkt hast! Du hast mich in alten Fotos wühlen und mich lächeln lassen, und dafür bekommst Du nun mein Key-Lime-Pie-Rezept (weltbestes! natürlich)!




Key Lime Pie

Zutaten (für eine Springform von 26 cm Durchmesser)


  • 200 g Butterkekse
  • 1 El brauner Zucker
  • 125 g Butter + Butter zum Ausfetten
  • 1 Eiweiß (Eigelb aufheben für die Füllung)
  • 1 Prise Salz
  • 1 El Zucker


  • 4 Eigelb
  • 400 ml gezuckerte Kondensmilch
  • 1/8 L frisch gepresster Limettensaft


  • 3 Eiweiße
  • 3 El Zucker


Den Backofen auf 150 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und eine Springform ausfetten.
Die Kekse fein zerkrümeln, das geht mit Gefrierbeutel und Fleischklopfer oder auch im Mixer.
Die Butter zerlassen und mit einem Eßlöffel braunen Zucker mit den Keksen vermischen. Das Eiweiß mit dem Salz und eine Eßlöffel Zucker sehr steif schlagen und unter die Keksmischung heben.
Die Keksmasse in der Form verteilen und mit dem Rücken eines Löffels gut andrücken. Dabei auch einen kleinen Rand formen.
Den Boden acht Minuten backen, dann die Form aus dem Ofen nehmen.
Die Eigelbe ein paar Minuten hellschaumig aufschlagen, dann die gezuckerte Kondensmilch darunterrühren und weitere drei Minuten schaumig schlagen. Zum Schluss den Limettensaft dazugiessen und unterrühren.
Die Limettencrème auf den Keksboden giessen und die Form für weitere 25 Minuten bei 150 Grad in den Ofen schieben.
Danach aus dem Ofen nehmen und den Kuchen abkühlen lassen. Den Ofen auf 180 Grad stellen.




Die verbliebenen Eiweiße mit dem Zucker sehr steif schlagen und auf dem Kuchen verteilen.
Für weitere zehn Minuten in die Ofen schieben und kontrollieren, dass die Baisermasse nicht zu dunkel wird.
Vor dem Anschneiden den Kuchen unbedingt ganz auskühlen lassen (was ich in meiner Gier mal wieder nicht gemacht habe - siehe Anschnitt...), dann wird die Füllung fest und lässt sich sauber anschneiden. Im Kühlschrank aufbewahren.





Rezeptquellen: Für Key Lime Pies gibt es so viele Rezepte wie Sandkörner an den Stränden Floridas. Das Rezept für den Keksboden, den ich dieses Mal für sehr gelungen halte, habe ich dem aktuellen Sonderheft "Sommerküche" des Feinschmecker-Magazins entnommen. Orientiert habe ich mich zudem an den Rezepten von USA-Kulinarisch und Essen und Trinken.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 13. August 2013

Aus dem heißen Südosten Italiens: Focaccia Pugliese



In diesen heißen Augusttagen muss ich mich leider etwas rar in Küche und auch hier im Blog machen. Einkaufen und Kochen machen nicht wirklich Freude, und ich fühle mich total ausgelaugt. Mein Gemüse-Markt ist ziemlich zusammengeschrumpft, der Metzgerladen am Campo de' fiori bleibt vierzehn Tage lang ganz geschlossen, der andere liegt zwar für mich weiter entfernt, hat aber wenigstens vormittags geöffnet.
So gibt es auch wieder leichte Küche heute Abend. Etwas Salami, Käse und Oliven, dazu aber eine selbstgebackene Focaccia. Die Idee stammt wieder aus der Kochzeitschrift Sale e Pepe, allerdings habe ich noch ein wenig am Rezept wegen der gewohnten Ungenauigkeiten herumgeschraubt.
In Genua habe ich schon wunderbare Focacce gegessen und dabei die Erfahrung gemacht, dass die besten Focacce in den einfachsten Bäckereien der Altstadt gebacken wurden, deren Läden schon etwas grenzwertig aussahen. Diesen wunderbaren Hefeteigfladen kann man mit Zwiebeln, Oliven, hauchdünnen Kartoffelscheiben, Salbei oder Rosmarin belegen, aber auch ganz schlicht, nur mit groben Salz bestreut und mit besten ligurischen Olivenöl begossen, kann so eine Focaccia zum Genuss werden!
Mein heutiges Focacciarezept stammt aber nicht aus Ligurien, sondern aus Apulien und wird üppig mit Tomaten, Zwiebeln und einer geräucherten Käsespezialität namens Scamorza belegt.
Der Duft, der mir beim Backen aus dem Ofen entgegegenschlug, weckte sogar meinen mittlerweile durch die Hitze lahmgelegten Appetit wieder eine wenig.



Focaccia Pugliese con cipolla rossa, scamorza e pomodorini


  • 500 g Mehl, gesiebt
  • 1 Kartoffel, ca. 100 g
  • 20 g frische Hefe
  • 1/2 Tl Zucker
  • 1/2 El Salz
  • 250 - 300 ml lauwarmes Wasser

  • 200 g Kirschtomaten
  • 2 rote Zwiebeln
  • 200 g Scamorza affumicata (italienischer geräucherter Käse)
  • grobes Salz
  • Olivenöl extra vergine


Das Mehl in eine Schüssel sieben und das Salz hinzufügen. Die Kartoffel in der Schale in Salzwasser garkochen, schälen und durch die Kartoffelpresse zu dem Mehl geben.
Die Hefe mit dem Zucker und etwas von dem lauwarmen Wasser anrühren. Eine Vertiefung in das Mehl drücken und die aufgelöste Hefe hineingießen und mit etwas Mehl verrühren. Restliches Wasser mit dem Knethaken einarbeiten, dabei nicht gleich das ganze Wasser hinzuzufügen, sondern nur soviel, bis man einen geschmeidigen Teig in der Schüssel hat.
Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort eine Stunde lang gehenlassen. Das Teigvolumen sollte sich dann verdoppelt haben.
Nach dieser Zeit noch einmal kurz durchkneten - ich habe an dieser Stelle noch etwas Mehl eingearbeitet - und danach auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Nochmals mit einem Tuch bedecken und eine halbe Stunde ruhen lassen.




In dieser Zeit den Ofen auf 210 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Zwiebeln in feine Spalten schneiden und für fünf Minuten in kaltes Wasser legen, dann die Zwiebelscheiben auf einem Stück Küchenpapier zum Trocknen ausbreiten.
Die Scamorza in dünne Scheiben schneiden und die Kirschtomaten halbieren oder vierteln.
Den Teig mit den Tomatenstücken, den Käsescheiben und den Zwiebeln belegen. Etwas grobes Salz darüberstreuen und mit Olivenöl beträufeln.
Die Focaccia ungefähr 30 Minuten im Ofen backen.







♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 4. August 2013

Wir kochen alle nur mit Wasser - Biancomangiare



Auch wenn dieses Dolce auf den ersten Blick an Panna Cotta erinnert, ist es doch sehr viel raffinierter - und auch zeitaufwändiger in der Herstellung. Typisch sizilianisch eben!
Und auch sehr viel leichter, da es auf einer selbst hergestellten Mandelmilch basiert. Da ist die Figur auch nicht in Gefahr!
Biancomangiare  kennt man als ein Dessert mit dem französischen Namen Blanc Manger auch in der autonomen italienischen Region Valle d'Aosta, wo zum Teil  noch französisch gesprochen wird.
Einst war Blanc Manger eine Fastenspeise - die weiße Farbe symbolisierte die Reinheit  -, und es gab auch eine salzige Version dieses Gerichts.




Heute aber versteht man unter Biancomangiare ein Dolce, das vor allem auf Sizilien sehr beliebt ist. Wie vieles auf der italienischen Insel geht auch dieses Dessert wahrscheinlich auf arabische Einflüsse zurück.
Es gibt eine einfache Version, die nur mit Milch hergestellt wird. Das klassische Rezept aber basiert auf der auf Sizilien sehr beliebten Mandelmilch, die man schon fertig zu kaufen bekommt. Und wie für viele sizilianische Crèmedesserts üblich, erreicht man die zum Stürzen notwendige Stabilität nicht durch die Verwendung von Gelatine wie bei Panna Cotta, sondern durch Speisestärke.
Dieses Dolce ist sehr einfach zuzubereiten, allerdings muss man wegen der Ruhezeiten mehrere Stunden einplanen. Am besten, man fängt am Vortag schon einmal an, denn die Crème sollte möglichst für eine Nacht in den Kühlschrank, bevor man sie auf eine Platte stürzt.






Zutaten (für 4 Personen)

  • 200 g ganze, geschälte Mandeln
  • Abrieb einer unbehandelten Zitrone (möglichst von einer grünen, aromatischeren Zitrone)
  • 1/2 L stilles Mineralwasser (oder Leitungswasser)
  • 125 ml süße Sahne
  • 100 g Zucker
  • 60 g Stärkemehl (möglichst Weizenstärke, es geht aber auch Maisstärke wie Mondamin) 


Die Mandeln in einer Mühle sehr fein mahlen und das Pulver in eine Schüssel mit dem Wasser und dem Zitronenabrieb geben. Schüssel mit einem Tuch bedecken und die Mischung mindestens sechs Stunden ziehen lassen.
Nach dieser Zeit die Mandelmilch durch ein sehr feines Sieb oder durch ein sauberes Küchenhandtuch gießen und gut ausdrücken. Ein wenig von der Milch abnehmen und das Stärkemehl erst darin auflösen, dann unter die restliche Mandelmilch rühren. Zucker und Sahne hinzugeben und alles nochmals durch ein Sieb in einen Topf gießen. Topf auf den Herd stellen und die Mischung langsam und unter Rühren zum Kochen bringen. Aufkochen lassen.
Die nun angedickte Crème in eine kalt ausgespülte Form (oder kleine Förmchen) geben, etwas auskühlen lassen und dann möglichst über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Vor dem Servieren auf eine Platte stürzen. Zur Dekoration serviert man die gestürzte Crème gerne auf Zitronenblättern.





Ein Dolce, für das man reines Wasser für die Zubereitung braucht, ist mein Beitrag zum Uwes Blogevent auf Highfoodality, das einem guten Zweck dient.
Zu jeder Zeit sauberes Wasser zur Verfügung zu haben, ist leider für viele Menschen noch keine Selbstverständlichkeit. Mit jedem eingereichten Beitrag spendet Staatl. Fachingen zehn Euro an Viva con Agua, um dieses Grundrecht auf Wasser möglichst vielen Menschen zu sichern!
Bitte macht alle mit!



HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 1. August 2013

Jetzt fängt er erst an!



Gestern Abend meinte mein Mann: "Wann ist der Sommer nur endlich vorbei?!"
Nun, wenn man so die Temperaturen sieht und spürt, dann kann man sagen, dass der Sommer wohl jetzt erst richtig anfängt!
Ein bisschen kann ich meinen Mann ja schon verstehen, auch wenn ich den Sommer liebe. Italien, Sommer, Sonne, Meer  - alles schön und gut. Italien ist halt ein klassisches Urlaubsland. Aber wenn ich da so meinen Mann sehe, wie er jeden Tag mit Anzug und Krawatte - wir sind ja in Italien, und da wird auf so etwas Wert gelegt -  loszieht, dann sehe ich seine Qualen. Gestern Abend musste er dann noch nach einem langen Arbeitstag den letzten Zug nach Mailand nehmen, heute geht es wieder zurück. Und Urlaub ist noch lange nicht in Sicht!
Es ist nicht so, dass ich nicht langsam auch unter dieser drückenden Hitze, die in der Stadt herrscht, zu leiden anfange. Das Einkaufen fällt mir schon schwer, die zum Teil langen Fussmärsche unter glühender Sonne, darüber hinaus wird es im August auch manchmal mit der Versorgung knapp - ungelogen! Oft sieht man in den Supermärkten der Innenstadt jetzt öfters mal leere Regale, und mir scheint, allein die Abteilungen mit kühlen Getränken, abgepackten Tramezzini und Keksen werden nachgefüllt, denn wenn die Römer ans Meer oder in die Berge fliehen, bleiben nur noch die Touristen in der Stadt.

Vor drei Jahren war es so heftig, was ich im August vorgefunden hatte, dass ich das unbedingt in drei verschiedenen "Supermärkten" fotografieren  musste. Das waren keine Märkte in irgendeinem Slum am Rande der Drei-Millionen-Stadt, sondern Realitäten im historischen Zentrum, das als eines der begehrtesten und auch teuersten Wohnviertel von Rom gilt.
Warum also nicht auch mal ungeschönte Bilder aus dem römischen Alltagsleben zeigen, ganz im Sinne von Tra dolce ed amaro?



Leere Regale und tote Mücken, Düngemittel neben den Zwiebeln -
und die Frühlingszwiebeln sind ja nun nicht wirklich mehr als
frisch zu bezeichnen...

Langsam, ganz langsam bessert sich die Situation auch im August etwas. Eine meiner beiden Metzgereien bleibt wenigstens vormittags den August über geöffnet, sicher aber ist auch diese um den Ferragosto herum, also dem 15. August, geschlossen. Die vielen kleinen, wenn auch nicht gut sortierten Supermärkte haben auch ihr Gutes, denn als es nur die "Alimentari"-Läden in der Innenstadt gab, die im August dann auch noch geschlossen blieben, hatten vor allem ältere, in der Stadt zurückgelassene Menschen Probleme mit dem Einkaufen. Ich kann mich gut erinnern, wie mich an einen heißen Tag vor einigen Jahren eine ganz erschöpft wirkende, ältere Dame ansprach, ob ich nicht eine noch geöffnete Bäckerei in der Nähe wüsste.

So, jetzt schnell aber wieder ein anderes Thema!
Es gab leichte Küche gestern Abend. Ich habe es mir etwas einfach gemacht, in dem ich Roastbeef-Aufschnitt kaufte, den ich gerne mit jenem, bereits im Blog vorgestellten Apfel-Gurken-Wasabi-Tatar fülle.
Auch bei der Herstellung von diesem Tatar musste ich zügig arbeiten, denn bei 33 Grad in der Küche zerschmolz mir vor ein paar Tagen der direkt aus dem Kühlschrank entnommene Blätterteig unter den Händen.
Dazu gab es einen vitaminreichen und knackigen Salat - ein perfektes Essen nach einem heißen Sommertag!





Zutaten (für 2 Personen)

  • 300 g kalter Roastbeef-Aufschnitt
  • 1 säuerlicher Apfel (hier eignet sich die Sorte Granny Smith am besten)
  • 1 kleine Salatgurke (Gärtner-/Schmorgurke)
  • 1 El Crème fraîche
  • 1-2 Tl Wasabi
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



Den Apfel und die Salatgurke schälen, die Gurke halbieren und mit einem Löffel die Kerne auskratzen.
Apfel und Gurke in ganz feine Würfel schneiden. Mit der Crème fraîche und dem Wasabi vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Je einen Klecks der Füllung auf eine Scheibe Roastbeef geben und diese aufrollen.


  • 1 Fenchelknolle
  • 1 kleine rote Paprika
  • 1 Bund Radieschen
  • 2 El Apfelbalsam-Essig
  • 1 El Saba (eingekochter Traubenmost, ersatzweise 1 Tl Honig)
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Fencheknolle und die Radieschen in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, Fenchelgrün zu Seite legen.
Die Paprikaschote in feine Würfel schneiden.
Aus Essig, Saba oder Honig, Senf, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren.
Das Gemüse auf einem Teller anrichten, gefüllte Roastbeef-Röllchen daraufsetzen, mit der Vinaigrette beträufeln und mit Fenchelgrün belegen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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