Über mich

Als ich zum ersten Mal römischen Boden betrat, mit Goethes „Italienischer Reise“ im Gepäck, ahnte ich noch nicht, dass Rom einmal mein Zuhause werden würde. Ich schrieb zu jener Zeit an meiner Magisterarbeit und sah - wollte sehen – um mich herum nur die Spuren der Antike, der Kunst und der Schönheit. Natürlich war und ist es für mich auch das Land der guten Küche; die Beschäftigung mit Grundprodukten und regionalen Spezialitäten haben letztlich den Grundstein zu diesem Blog gelegt und werden den Schwerpunkt meiner Beiträge bilden.
Italien ist ein Land, das immer wieder überrascht – auch mich noch nach den vielen Jahren, in denen ich nun hier wohne. Es verzaubert mich, wenn ich eine Kirche in einem verschlafenen umbrischen Dorf betrete und mich vor einem Renaissance-Fresko wiederfinde, dessen Schönheit mir den Atem raubt. Es stimmt mich aber auch traurig, wenn es mich bei meinen Recherchen in ein Armutsviertel von Neapel verschlägt.
Neben Rezepten aus den verschiedenen Regionen des Landes - aber auch internationalen -, möchte dieser Blog einen Versuch wagen, italienische Realität „tra dolce ed amaro“ - zwischen süß und bitter - zu beschreiben.

Über die Rezepte bei Tra dolce ed amaro:

Ich koche nicht ausschließlich italienisch, dafür gibt es zu viele exzellente Gerichte und Köstlichkeiten aus aller Welt. Die Möglichkeiten, Spezialitäten anderer Länder auch in einer Stadt wie Rom zu genießen, sind allerdings begrenzt. Auch die Zutaten für eine "exotische" Küche sind schwer zu bekommen, und wenn ich "exotisch" schreibe, so bezieht sich das nicht nur auf seltene und ausgefallene Gewürze. "Créme fraîche" aus Frankreich, Quark oder Buttermilch, Schweizer oder französische Käsesorten sowie viele andere Spezialitäten und Produkte aus europäischen Ländern, die es in jedem Supermarkt nördlich der Alpen zu kaufen gibt und die für uns selbstverständlich sind, sucht man hier in der Regel vergebens.
Aber natürlich steht in einem Blog, in dem man aus und über Italien berichtet, die italienische Regionalküche im Mittelpunkt. Ich betone immer wieder "Regionalküche", denn die "italienische Küche" wie auch die "deutsche", "französische", "chinesische" etc. gibt es -  so vereinfacht gesagt - nicht.
Ich bemühe mich, die Spezialitäten der verschiedenen Regionen möglichst authentisch wiederzugeben und dabei auch die exzellenten Grundprodukte, die dieses Land hervorgebracht hat, vorzustellen.
In Italien kocht man einfach, viele Gewürze kennt man nicht. Man würzt mich Salz und Pfeffer und manchmal auch je nach Region mit einer Prise Muskatnuss, Safran oder Fenchelsamen. Auch allzu Scharfes ist unbeliebt, wenn man vom italienischen Süden - Kalabrien und Apulien - absieht, wo Peperoncino öfters zum Einsatz kommt.
Mit Knoblauch geht man sehr maßvoll um! Oft muss ich etwa Rezepte für Pesto alla Genovese lesen, in dem gleich mehrere Zehen verwendet werden. In Italien wird mittlerweile Pesto ohne Knoblauch angeboten, weil auch die Knolle hier nicht unbedingt viele glühende Liebhaber zählt. Knoblauch scheint irgendwie verpönt zu sein und wird mit dem armen Süden identifiziert.
So habe ich es mir auch bei Einladungen mit italienischen Freunden zur Regel gemacht, ohne oder nur mit einem Hauch von Knoblauch und vor allem ohne Schärfe zu kochen.
Dann sind da noch die Kräuter. "Italienische Kräuter" kann man öfters lesen. Aber was sind "italienische" Kräuter? Rosmarin oder Thymian setzt man ebenso in der Küche der Provence ein wie in der der Toskana oder in Apulien. Majoran, Salbei und Minze kennt und verwendet man auch in anderen europäischen Ländern.
Und da wäre nicht zuletzt das wohl  berühmteste Kraut der italienischen Küche: Oregano. Für mich wird kein anderes Würzmittel für die italienische Küche so überschätzt wie Oregano! Ich würde fast behaupten, dass man nördlich von Rom Oregano keinem Gericht zusetzt. Es gehört in kein Ragù "alla Bolognese" (und da gehört auch niemals Knoblauch hinein!), keinen Risotto, keine Parmigiana di melanzane, man würzt damit keine Bistecca in der Toskana und auch keinen einfachen Tomatensugo, wie man ihn in Italien so liebt. Sehr wohl gehört es in der Küche Kampaniens auf eine "Pizza Marinara" sowie in etliche Gerichte der Küche von Italiens Süden.
Von Rom aus habe ich mit meinem Mann viele Reisen durch Italien unternommen und so die unverfälschte Küche des Landes kennengelernt - am authentischsten in den kleinen Trattorien auf dem Land. Noch immer, wenn wir unterwegs sind, stöbere ich durch Spezialitätenläden und  Kochbuchabteilungen und habe auch langsam die Scheu überwunden, mir in einem Restaurant ein Rezept erklären zu lassen.
Eines jedoch wird man in meinem Blog nicht finden: Fischgerichte! Leider mag ich nichts auf meinem Teller, was unterhalb einer Wasseroberfläche lebte.
Dennoch werde ich, wenn ich auf eine fischige Zutat für ein Gericht, das beispielsweise Sardellen verwendet, verzichte, auf die originale Version hinweisen.
Und jetzt - viel Spaß beim Schmökern und (hoffentlich) Nachkochen!




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Liebe Ariane, über Deine letzten Kommentare habe ich zu Deinem Blog gefunden und bin soo glücklich. Schon als Kleinkind haben meine Eltern mich nach Italien "geschleppt" und meine Liebe zu diesem Land ist bis heute ungetrübt - trotz aller "negativen" Dinge. Mein Rom-Besuch liegt leider schon viele Jahre zurück. Dafür war ich oft auf Ischia und Capri, in der Toskana, in Kalabrien und im Piemont. Ich hatte ein wenig Gänsehaut als ich las, dass Du in Rom lebst. Ich freue mich, Dich gefunden zu haben. Allerherzlichste Grüße-Alex

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    1. Liebe Alex,
      über Deinen lieben Kommentar hier unter den ersten Worten, die ich für diesen Blog formuliert habe, freue ich mich ganz besonders!
      Nochmal herzlichst willkommen und auf weiteres fröhliches - gegenseitiges - Stöbern! Mir gefällt Dein Blog, den ich erst kürzlich entdeckt habe, auch richtig gut, und da bin ich gerne zu "Gast"!
      Tanti saluti
      Ariane

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  2. Liebe Ariane,
    gerade komme ich von einer wunderbaren Rom-Reise zurück.
    Oft war ich schon in Italien und musste jedes mal nach dem ich zurückgekehrt war feststellen, dass ich die wunderbaren Dolce niucht nach backen kann. Warum nicht? Du kennst sicher die mit Vanillecreme gefüllten cornetto/cornetti??? wie auch immer, sie schmecken süß-vanillig und nach einem weiteren Geschmack, den ich nicht einordnen kann. Aprikose? Du weißt sicher was ich meine. Kennst du ein Rezept für ein Gebäck das so schmeckt oder für die Vanillecreme, die, anders als deutscher Pudding, ein ganz "glattes" Mundgefühl hat?
    Ich freue mich auf deine Antwort!
    Liebe Grüße lotte von zauber-schoen.blogspot.de
    PS: dein Blog ist ganz wunderbar....

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    1. Hallo, liebe Lotte,

      und herzlich willkommen auf meinem Blog! Es freut mich, wenn es Dir gefällt.
      Die Cornetti, von denen Du sprichst, isst man hier gerne zum Frühstück. Die einen sind meist mit Aprikosenmarmelade gefüllt und die anderenmit einer sogenannten "Konditorcrème".
      Ich habe leider noch keine Cornetti gebacken, werde aber mal nach Rezepten suchen und sie Dir zukommen lassen. Jetzt ist es leider schon ein bisschen spät am Tag; ich komme gerade aus Norditalien zurück...
      A presto - bis bald
      saluti
      Ariane

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    2. Liebe Lotte,

      schau mal hier:
      http://brotbackforum.iphpbb3.com/forum/77934371nx46130/mit-hefe-f22/cornetti-mit-crema-pasticcera-fuellung-t573.html
      Das Rezept für die Crème ist nach einem Rezept von "GialloZafferano", einer Seite, in die ich immer wieder gerne schaue, da sie viele traditionelle Rezepte vorstellt.
      Ich hoffe, das hilft schon einmal weiter.

      Saluti
      Ariane

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  3. Liebe Ariane, jetzt muss ich Dir endlich ein paar Worte hier lassen. Als ich vor zwei Jahren meine ersten Schritte in die Bloggerszene wagte, war Dein Blog einer der ersten auf den ich traf und auch hängen blieb. Das hatte zwei Gründe, die mit der Kocherei so gar nichts zu tun haben. zum einen lebst Du in Rom, der Stadt meiner Einnerungen an zwei schöne Jahre meiner Jugend und zum anderen trägst Du den gleichen Vornamen wie meine große Tochter, und der Name ist ja nicht besonders alltäglich. Ich habe mir fest vorgenommen im kommenden Jahr endlich nach mehr als 10 Jahren eine Reise in meine römische Vergangenheit zu machen, dann würde ich Dich gerne kontaktieren. Herzliche Grüße aus Salzburg, Claudia

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  4. Liebe Claudia,
    das sind so nette und persönliche Worte, die muss ich erstmal auf mich wirken lassen!
    Vielen Dank dafür!
    Und ich würde mich geehrt fühlen, wenn ich dich auf Deiner kleinen Reise in Deine römische Vergangenheit ein wenig begleiten dürfte!
    Deshalb - wenn du in die Ewige Stadt kommst - bitte melde Dich bei mir!
    Bis dahin Dir alles Gute!
    Un abbraccio
    Ariane

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